Der Arzt hat mir ein Rezept über ein Medikament ausgestellt, das ich regelmäßig bekomme. Warum erhalte ich dieses Mal eine andere Packung als das vorige Mal?

Dies kann mit den sogenannten Rabattverträgen zusammenhängen. Die Krankenkassen schließen mit pharmazeutischen Herstellern nach Ausschreibungen Rabattverträge ab. Der Apotheker ist nach Sozialgesetzbuch verpflichtet, die Medikamente dem Patienten zu geben, über die ein Rabattvertrag abgeschlossen wurde. Der Apotheker ist weiterhin verpflichtet, die sogenannte Pharmazentralnummer, die jedem einzelnen Medikament eindeutig zugeteilt wird, maschinenlesbar auf das Rezept aufzubringen. Die Rechenzentren übermitteln die Pharmazentralnummern aller Rezepte an die Krankenkassen, die daraufhin von den pharmazeutischen Herstellern den vereinbarten Rabatt einfordern. Nun kann es sein, dass nach Ablauf eines Rabattvertrags ein neuer Vertrag mit einem anderen Hersteller geschlossen wird. Dann muss der Apotheker dem Patienten eben das Präparat von diesem anderen Hersteller geben, auch wenn das Rezept vom Arzt genauso ausgestellt ist wie das vorhergehende. 

Kann ich gegen Aufzahlung mein gewohntes Medikament bekommen?

Nein, in den Fällen, wo der Apotheker nach Sozialgesetzbuch gezwungen ist, ein Vertrags-Arzneimittel abzugeben, besteht nicht die Möglichkeit, gegen Aufzahlung ein anderes wirkstoffgleiches Medikament zu bekommen. Es besteht aber die Möglichkeit, ein solches Medikament voll zu bezahlen und sich die Kosten bei der Krankenkasse erstatten zu lassen. Die Krankenkassen ziehen jedoch erhebliche Beträge für den erhöhten bürokratischen Aufwand und die fehlenden Möglichkeiten, über Rabattverträge wirtschaftliche Reserven zu heben, ab, sodass man als Patient damit rechnen muss, auf einem großen Teil der Kosten sitzen zu bleiben.

Was ist eine Pharmazentralnummer?

Auf jede Packung ist eine Pharmazentralnummer (PZN) mit Barcode aufgedruckt, die genau dieses eine Medikament in dieser Stärke und in dieser Packungsgröße bezeichnet. Ähnlich wie man anhand des Fingerabdrucks oder des DNA-Codes einen einzelnen Menschen genau identifizieren kann, ist auch jedes Medikament, nicht aber jede einzelne Packung, anhand der PZN exakt zuordenbar. Auch bei vermeintlich kleinen Änderungen des Medikaments, wie zum Beispiel einer Zulassungsänderung, wird eine neue Pharmazentralnummer erteilt. Die Pharmazentralnummer war bis vor kurzem siebenstellig, wird aber jetzt auf achtstellig umgestellt. In der Apotheke sind wir mit Hilfe der Scanner in der Lage, die PZN zu lesen und das Medikament eindeutig zu identifizieren. Die PZN ist nicht zu verwechseln mit dem EAN-Code, der auf vielen Gegenständen des täglichen Bedarfs aufgedruckt ist. Auf manchen Artikeln, wie zum Beispiel Hilfsmitteln, ist sowohl die PZN als auch der EAN-Code aufgedruckt.

Warum muss ich Zuzahlung leisten?

Schon vor vielen Jahren hat der Gesetzgeber eine Zuzahlung bei der Abgabe von Medikamenten zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. Diese Zuzahlung unterlag im Laufe der Jahre und des politischen Wandels zahlreicher Änderungen. Im Jahre 1993 lag sie bei 50 Pfennig je Rezept. Jetzt ist sie in Grenzen vom Preis des abgegebenen Arzneimittels abhängig. Sie beträgt 10 Prozent des Arzneimittelpreises, aber nicht weniger als 5,00 Euro und nicht mehr als 10,00 Euro. Die Zuzahlung darf aber nicht höher sein als der Preis des abgegebenen Arzneimittels.

Beispiele:

Preis des Arzneimittels                                Zuzahlung
   3 ,50 Euro                                                   3,50 Euro
  17,54 Euro                                                   5,00 Euro
  66,91 Euro                                                   6,69 Euro
321,58 Euro                                                  10,00 Euro

Warum muss ich etwas bezahlen, obwohl ich von der Zuzahlung befreit bin?

Dies kann mehrere Gründe haben:

  • Der Arzt hat ein Privatrezept oder ein grünes Rezept ausgestellt. Hier muss der Patient immer den vollen Medikamentenpreis bezahlen, der Apotheker kann diese Rezepte nicht mit der Krankenkasse abrechnen.
  • Das Medikament liegt oberhalb des Festbetrags. Der Festbetrag ist der Betrag, den die Krankenkassen maximal bereit sind, für das Medikament zu bezahlen. Ist das Medikament teurer als der Festbetrag, so muss der Patient die Differenz bezahlen. Man spricht hier von Mehrkosten, nicht von Zuzahlung. In vielen Fällen gibt es wirkstoffgleiche, billigere Präparate, wo keine Mehrkosten anfallen. In manchen Fällen gibt es diese Alternativen nicht. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten!
  • Notdienstgebühr. Sonn- und feiertags und werktags von 20 bis 6 Uhr erhebt die Apotheke die Notdienstgebühr in Höhe von 2,50 Euro. Die Krankenkasse übernimmt diese Notdienstgebühr nur, wenn der Arzt dies auf dem Rezept vermerkt hat. Sie ist auch von von der Zuzahlung befreiten Patienten zu erheben und auch bei Rezepten für Kinder.

Was ist der Galama-Tee?

Eine spezielle Teemischung ist der so genannte „Galama-Tee“. Er besteht aus Birkenblättern, Brennnesselkraut, Hagebuttenschalen und Ringelblumenblüten. Urologen hatten beobachtet, dass der frühere Galama Rheuma-Tee Nr. 6 eine günstige Wirkung zum Entschleimen der Blase bei Patienten mit Neoblase hatte. Die Firma Queisser vertreibt diesen Tee nicht mehr, sodass wir ihn auf Bestellung in der Apotheke mischen.



Was bringt der Nikolaus?

Wie immer am 6. Dezember viele Süßigkeiten!

Apotheke

Reinhardshausen

Dr. Johannes Berlitz

 

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